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August-Newsletter aus der TCM-Praxis Noll
Sommerzeit ist Ferienzeit- aber vorher wurde noch einmal voll durchgepowert. Jeder versuchte, so ‚sorgenfrei‘ und bestens vorbereitet in die Urlaubstage zu gehen. Die Folge ist, dass viele Menschen sich übernommen oder ihre Kräfte vollends verausgabt haben. Wer dann noch einen aufwendigen und besonders anstrengenden Action-Urlaub geplant hat, entzieht dem Körper oft die letzten Kräfte. Die Folgen kommen nicht selten erst später: Erschöpfung, Infektanfälligkeit und Depression in Herbst und Winter. Wie sieht das die TCM? Der Sommer ist durchaus die aktivste Zeit des Jahres. Die Sonne hat ihren höchsten Punkt erreicht, wir sind im ‚grössten Yang‘ und bereit für Freude, Abenteuer, Sport und Spass. Doch warum dann die Erschöpfung nach dem Urlaub? Der Alltag vieler Menschen besteht bekannterweise aus Arbeit. Arbeiten, um sich genau diesen Urlaub leisten zu können, in dem man sich dann von der Arbeit erholt. Wer sich jedoch permanent übernimmt oder immer am oberen Limit ‘kratzt‘, braucht erst recht eine Pause. Ein Teufelskreis.
Die TCM-Sicht: Durch das Yang der Wandlungsphase Feuer und das entsprechend zu grossen Taten bereite ‚TCM-Organ Herz‘ fehlt´s uns oft an der Fähigkeit, ‚Nein‘ zu sagen. ‚Nein‘, zu grossen Abenteuern, extremen Sportarten, viel Action etc. Aber wer einmal Feuer gefangen hat, kann sich bekanntlich auch verbrennen. Die Gefahr ist, die Energiereserven restlos zu verbrauchen und sich nach dem Urlaub völlig ausgebrannt zu fühlen. Viele Menschen fragen sich dann, warum sie sich nach dem Urlaub gar nicht erholt fühlen. Und wie soll der Körper ohne Reserven dann die Herbst- und Winterzeit überstehen? Heisst das, jeder Mensch soll im Sommer die Füsse hochlegen und nur entspannen? Sicherlich nicht! Optimal schaffen wir es, uns auch ohne Urlaub uns ausreichend zu regenerieren um dann die Reise auch geniessen zu könne.
Vielleicht sollten wir vorher auch mal zwischendurch einfach mal durchatmen? Im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Denn oft kommt das Atmen per se im Alltag oft zu kurz. Natürlich sorgt unser wunderbar funktionierender Organismus dafür, dass wir immer ordentlich weiter atmen-aber trotzdem geht uns öfter die ‚Puste aus‘, wir kommen ‚ausser Atem‘ oder haben das Gefühl, nicht mehr ‚frei atmen‘ zu können. Im Urlaub können wir uns dann -bestenfalls- auf die Atmung konzentrieren und merken, wie gut es tut einfach einmal tief Luft zu holen und den Atem zu spüren. Wir halten inne und geniessen das ‚Da-Sein‘. Genau das sollte auch im Alltag möglich sein: Kurze Pausen, Konzentration auf das Atmen im hier und jetzt, ein kurzer Stillstand in einer eher hektischen Welt. Dafür braucht es weder viel Zeit noch grosse Übung. Natürlich empfehlen wir gerne Qi Gong, Tai Chi Juan, Yoga oder Meditation. Und wer es schafft, regelmässig Entspannungs- oder Atemtechniken zu praktizieren kann bestätigen, wie positiv sich diese Übungen auf die Lebensqualität auswirken.
Dabei wird aber unterschätzt, dass auch kleine Schritte viel bewirken können. Vielleicht eine regelmässige Mittagspause mit anschliessendem Spaziergang- eigentlich eine Selbstverständlichkeit im langen Arbeitstag. Oder einige Atemzüge zwischendurch mal bewusst wahrnehmen und beobachten, dabei die Konzentration auf die Atmung oder auf die Handinnenflächen verlagern, quasi von ‚Aussen-Wahrnehmung‘ in´s ‚Innen‘ gehen. Dafür reichen wenige Minuten täglich. Eine andere schöne Möglichkeit ist die ‚5-Minuten-Meditation‘: Sie erfordert einige Übung, aber wer es schafft, regelmässig 5 Minuten (gerne natürlich mehr) zu meditieren und zu sich zu kommen, wird die zunehmende Gelassenheit und innere Ruhe spüren. Ein altes Chinesisches Sprichwort lautet: ‚Wenn Du in Eile bist, dann gehe langsam‘. Es hilft tatsächlich besonders in Stresssituationen einen Moment inne zu halten. Am Ende des Tages belohnen Geist und Körper uns dann mit mehr Konzentration und gesteigerter Leistungsfähigkeit an Stelle von Erschöpfung und Konzentrationsfehlern. In China fallen übrigens alle der Gesundheit dienenden und demnach Krankheit vorbeugenden Handlungen unter den Begriff ‚Yang Sheng‘, was übersetzt soviel wie ‚Lebenspflege‘ bedeutet.
Doch nun zurück zum Sommerurlaub: Wie schon erwähnt , ist ein wenig turbulentes Herzensfeuer durchaus der Jahreszeit entsprechend. Wir sollten nur lernen, individuell den eigenen Körper und in diesem Falle das eigene Energielevel zu erkennen und wahr zu nehmen. Wer also (hoffentlich die Mehrheit von Ihnen!) nicht vollkommen erschöpft in die Reisezeit geht, kann vielleicht vor und nach dem Abenteuerurlaub einige Tage Entspannung einbauen. Oder doch die Anzahl der Sightseeing- und Tourerlebnisse zum Wohle der Gesundheit und Entspannung leicht reduzieren und ab und an einen ‚Gammeltag‘ einlegen. Im übrigen schliesst das Wort Erlebnisse das ‚Erleben‘ mit ein- in Zeiten des Massentourismus und ‚Reiseführer-Abhakens‘ durchaus fraglich... aber dazu im nächsten Newsletter mehr....
In diesem Sinne eine sowohl erholende als auch spannende Urlaubszeit!
Leben Sie mit der Zeit!Leben Sie mit der Zeit!
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Mit der TCM durch das Jahr- die Kräuterkuren
Die Chinesische Medizin kann bei vielen gesundheitlichen Problemen helfen. Sie beruht auf jahrtausendelanger Tradition, sowohl in der Volksheilkunde als auch als an Universitäten gelehrte komplexe Heilkunde mit einer umfangreichen diagnostischen und therapeutischen Systematik.
Es ist uns ein Anliegen, die Vorteil der TCM auch für den alltäglichen Gebrauch nutzbar zu machen. Wenn eine gesundheitliche Störung länger andauert, benötigen wir für die gezielte Behandlung die Puls- und Zungendiagnose wie auch eine umfassende Anamnese. Aber bei manchen Problemen können Sie sich mit einfachen Mitteln sehr gut selber helfen.
In Zusammenarbeit mit Apotheker Dr. Zhi Li von der Schützenapotheke in München haben wir einige Produkte zusammengestellt, die sich bewährt haben und kurzfristig sehr hilfreich sein können. Bei längerfristigen Störungen konsultieren Sie bitte den fachkundigen TCM-Therapeuten!
Mit der TCM durch das Jahr- die Kräuterkuren
Die Jahreszeit-Kuren mit chinesischen Kräutern sollen dazu beitragen, die gesundheitlichen Risiken von Frühling, Sommer, Herbst und Winter zu mildern und sanft ernstere Erkrankungen zu vermeiden. Die Lebensenergie Qi wird gestärkt, je nach den besonderen Anforderungen der Zeit.
Für die Monate August/September - aber auch bei Verdauungs und Stoffwechselproblemen zwischendurch:
Verdauungs-und Stoffwechsel-Kur
Diese besondere Mischung von chinesischen Kräutern stärkt den Verdauungstrakt - von Magen bis zum Darm und dient so der allgemeinen Kräftigung. Gerade der
Spätsommer/Frühherbst mit seiner feuchten Luft und dem reichhaltigen Angebot an süssen Früchten kann die Verdauung sehr belasten. Diese Kur ist daher besonders in dieser Zeit angebracht.
Die aktuelle TCM-Kräuterkur wird als Abkochung in kleinen Beuteln hergestellt- ein Beutel ist eine Tagesdosis, im Kühlschrank bis zu 2 Monate haltbar. Sie brauchen den ‚Tee‘ (ca. 100 ml) nur mit heissem Wasser erwärmt als Kur täglich für etwa 4 Wochen einnehmen. Die Kosten betragen 2-4 Euro pro Tag. Bezug (auch Versand) über www.schuetzenapotheke.com
Übrigens - ehe ich´s vergesse...
Folgende chinesische Kräuter haben sich u.a. als sehr wirksam bei Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit erwiesen - so die alte chinesische Fachliteratur:
- Shichangpu 石菖蒲 Acori graminei Rz
- Danshen 丹參 Salviae miltiorrhizae Rx
- Fuling 茯苓 Poria cocos Sclerotium
- Fushen 茯神 Poria cocos Sclerotium w Pine Rx
- Gancao 甘草 Glycyrrhizae uralensis / glabrae Rx
- Lingzhi 灵芝 / Chizhi 赤芝 Ganoderma spp
- Longdancao 龙胆草 Gentianae scabrae Rx
- Renshen 人参 Panacis ginseng Rx
- Shanyao 山 药 / Shuyu 薯蓣 Dioscoreae Rx / Rz
- Suanzaoren 酸 枣仁 Ziziphi spinosae S
- Taozhi 桃枝 Pruni persicae Rml
...Schalotten und Koriander hingegen fördern die Vergesslichkeit- im Übermass genossen...
Fragen aus der Praxis
Frage: Meine Mutter leidet seit einiger Zeit an dem Syndrom der Karpaltunnel. Nach einer Behandlung ging es ihr besser, allerdings hat sie wieder Schmerzen und der Arm schläft ein. Können Sie diese Krankheit behandeln und wie lange wird es dauern?
Antwort: Bei der Behandlung des Karpaltunnel-Syndroms habe ich mit Akupunktur recht gute Erfahrungen machen können. Es ist aus Sicht der chinesischen Medizin ein Zeichen von Blockaden in den Leitbahnen, auch verursacht durch Feuchtigkeit und eine langandauernde erhöhte (Muskel-) Anspannung. Die Leber ist aus Sicht der alten chinesischen Ärzte für ein Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung zuständig. Aber auch die ‘liebe Seele‘ kann dabei eine wichtige Rolle spielen- die Blockade liegt häufig auf der Pericard-Leitbahn, und das Pericard sorgt dafür, dass wir alle ein ‘dickes Fell‘haben...Leider kann man keine Voraussagen treffen, wie lange es dauert, bis eine Besserung eintritt-jeder Mensch reagiert verschieden.
Frage: Seit vielen Jahren(15?)habe und hatte ich immer wieder Tage/Wochen und jetzt über einen Monat einen merkwürdigen Geschmack im Mund, der aber vom Magen aus aufzusteigen scheint. Diverse Tests wurden vor Jahren gemacht, ohne Befund. Als letztes wurde auf Verdacht ein Pilzbefall des Magens und der Speiseröhre behandelt(September und nochmal November) Der Geschmack normalisierte sich für kurze Zeit, aber seit über einem Monat habe ich ihn wieder, er scheint immer süsslicher zu werden und nach dem Essen, aber auch schon nach dem Trinken (Wasser) verstärkt er sich. Folglich esse ich schon seit Tagen nur Haferbrei. Habe eigentlich Appetit, aber mag nichts essen. Gleichzeit bin ich dann immer sehr verspannt,wenn der Geschmack auftritt und jegliche Lebensfreude schwindet, bin völlig unmotiviert und ich ziehe mich am liebsten ins Bett zurück. Momentan möchte ich ausserdem gerne aus Verzweiflung weinen, was aber nicht lange klappt. Mein Vater ist Anfang August gestorben, mein jüngerer Bruder hatte 2 Monate später aufgrund einer AVM eine Gehirnblutung, meine Mutter ist allein und kümmert sich um meinen kranken Bruder.
Ich bräuchte jetzt Kraft etc., aber der Geschmack macht mich so fertig, dass ich es kaum zu Arbeit (nur ein Job, nichts erfüllendes) schaffe. Können sie irgendwelche Krankheiten in Verbindung zu diesem Geschmack verbinden? Antwort: Aus der Ferne kann ich sicher keine genaue Diagnose erstellen. Aber aus dem, was Sie mir schildern, handelt es sich um heftige Blockaden, die wahrscheinlich auch aus Ihrer Unzufriedenheit, Ihren Sorgen und Kummer rühren. Dadurch ist der Magen blockiert, so dass -so die Chinesen- „trübes Magen-Qi“ nach oben steigt. Daher den Mundgeschmack und die Appetitstörungen. Dafür spricht auch die Zungenfarbe/Belag Ich kann Ihnen von hier aus nur zwei Tipps geben, die Ihnen vielleicht weiterhelfen:
- Mehrere kleine, warme Mahlzeiten täglich, am besten mit etwas Ingwer; keine Rohkost und Milchprodukte!
- Ausdauersport, wenn die klimatischen Verhältnisse es zulassen; dazu gehört auch Spazieren/Walken/Schwimmen, aber jeweils mindestens 30 Min/3x/Woche
Frage: Haben Sie Erfahrung im Umgang mit Hyperhidrosepatienten? Gibt es eine Chance zur Linderung in besonders schweren Fällen?
Antwort: Die Möglichkeiten der Behandlung Ihrer Hyperhidrosis bestehen in der Akupunktur und der Einnahme von chinesischen Kräutern. Letztere haben eine direkte Wirkung auf die Schweissproduktion, mit der Akupunktur lassen sich die seelisch-emotionalen Aspekte sehr gut behandeln. Es kommt natürlich immer auf eine genaue Diagnose mit Puls- und Zungendiagnose an- erst dann lassen sich konkrete Aussagen machen!
Frage: Mit grossem Interesse habe ich Ihr Buch ‘Kinderwunsch‘ gelesen. Wir sind ein kinderloses Ehepaar (29w/32m) und wünschen uns seit einem halben Jahr ein Kind, bisher ohne Erfolg. Wir sind beide aus medizinischer Sicht gesund, lt. meiner Frauenärztin sei ich sogar eine sehr fruchtbare Frau, angesichts der ‘dicken‘ Gebärmutterschleimhaut. Auch die Spermien meines Mannes haben eine sehr gute Qualität und ausreichend Quantität. Wir sind beide Nichtraucher, trinken sehr selten Alkohol und ich habe nie die PIlle genommen. Ein Freund riet mir jetzt zu einer basischen Ernährung. Ist dies nachgewiesen förderlich für die Befruchtung? Welche unterstützende Möglichkeiten gibt es aus Ernährungssicht, die die Fruchtbarkeit steigern?
Antwort: Zunächst einmal: Sie sind beide noch recht jung und sollten sich ein wenig Zeit für die Erfüllung Ihres Kinderwunsches gönnen! Eine basische Ernährung ist nicht für jeden Menschen sinnvoll, gerade für Frauen empfiehlt sich häufig eine Kost mit einem etwas höheren Anteil an blutbildenden Nahrungsmitteln wie z.B. gekochtes grünes Gemüse (Grünkohl, Brokkoli etc.) und rotes Fleisch (Wild, Lamm, Rind).
Frage: Was empfehlen Sie aus der chinesischen Medizin speziell gegen PMS (ausser Agnus Castus)?
Antwort: Etwa jede vierte Frau im Alter von 30-50 Jahren leidet unter präemenstruellen Beschwerden im Sinne eines PMS. Es äussert sich in depressiven Verstimmungen, innerer Anspannung und Gereizheit, allgemeiner seelischer Labilität, Konzentrations- und Schlafstörungen, Müdigkeit und Lethargie sowie häufig einem ausgeprägten Gefühl der Überforderung in dieser Zeit. Körperlich kommt es häufig zu Spannungsgefühlen in den Brüsten, Blähungen, Bauchschmerzen, auch Kopfschmerzen, zu Ödemen (Flüssigkeitseinlagerungen) und Gewichtszunahme. Das PMS ist aus Sicht der chinesischen Medizin ein Hinweis auf eine Störung/Blockade des Qi-Flusses. Die Leber geuliert das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung und sorgt aus Sicht der TCM für den gleichmässigen Fluss von Energie Qi, Blut und Flüssigkeiten. Durch innere Anspannung, Ärger, unterdrückte Wut und Stress wird die Leber-Funktion geschädigt. Die Folge sind dann die PMS-Beschwerden vor Einsetzen der Blutung. Ein Ansatz zur ‘Optimierung‘: Ausdauersport (Wandern, Walken, Radeln, Joggen etc.) regelmässig 2-3x pro Woche und jeweils 30-60 Minuten. Aber auch viele leicht verdauliche Mahlzeiten mit einer Bevorzugung von mässig scharf gewürzten, leicht verdaulichen Nahrungsmitteln. Fett und Rohkost würden diese Stagnationen noch verstärken!
Frage: Ich hing mit meinem Sohn (heute 12 Jahre alt) während der Schwangerschaft 6 Wochen an der Tocolyse (sehr hohe Dosis). Zusätzlich gab es einige weitere Medikamente (Beta-Blocker, Cortison, Valium). Heute klagt er unter grossen Schwierigkeiten, sich kleinere Dinge zu merken. Haben Sie eine Idee, ob ihm Naturheilkundlich geholfen werden kann?
Antwort: Ob es einen Zusammenhang zwischen der Tocolyse/Medikamenten und den Konzentrations-/Merkstörungen Ihres Sohnes gibt, kann ich erst herausfinden, wenn ich ihn gesehen und untersucht habe. Auch mit 12 Jahren hat ein Kind schon viele Einflüsse gehabt, die auch mentale Fähigkeiten beeinflussen können: Es gab Infekte und Impfungen, soziale und familiäre Prägungen, Ernährungs- und Umwelteinflüsse. Das alles wäre zu beachten- die mögliche Schädigung während der Schwangerschaft ist sicher nur ein Faktor - und die Kompensationsmöglichkeiten eines Kindes sind enorm!
Frage: Meine Mutter hat seit längerem jeden Tag eine bittere Zunge auch selbst wenn sie Wasser trinkt ist die Zunge immer bitter was kann man dagegen??
Aus Sicht der chinesischen Medizin können für solche Erscheinungen Störungen von Leber/Gallenblase oder des Herzens in Frage kommen. Näheres kann man aber sicher erst nach einer konkreten Diagnostik sagen. Ein neuartiges Phänomen ist das Auftreten solcher Geschmacksveränderungen nach dem Genuss von unverträglichen chinesischen/asiatischen Pinienkernen...
Auf den Punkt gebracht:
Ein Punkt für Nase und Haut: Dickdarm 4
Wenige Akupunkturpunkte werden so häufig genutzt wie dieser Punkt, der zwischen Daumen und Zeigefingern liegt und zudem sehr gut und effektiv mit Akupressur selbst behandelt werden kann.
Dieser 4. Punkt auf der am Zeigefinger beginnenden und an der Nase endenden Dickdarm-‐Leitbahn hat ein breites Wirkungsspektrum und gerade jetzt in der bald beginnenden kühleren Jahreszeit und der Übergangsphase zum Winter: Infekte und Beschwerden im Gesichtsbereich von Schnupfen, verstopfter Nase, Stirnkopfschmerz und Nasennebenhöhlen-‐Entzündungen. Aber auch bei chronischen, verschleppten Infekten wirkt „Hegu“ ausleitend und so das Immunsystem stärkend.
In der TCM gilt er als der „grosse Öffner“, der so nicht nur bei der Ausleitung die Hautporen öffnet/schliesst (Schwitzen regulierend) und den Stuhlgang erleichtert. Auch auf der seelischen Ebene ist er der „Loslasser“, wenn Probleme und Sorgen das Denken und Fühlen übermässig blockieren.
In unserer Praxis wird „Hegu“ kaum alleine genutzt, sondern kann mit vielen anderen Punkten kombiniert werden, um seine Wirkung zu fokussieren und zu verstärken:
- Dickdarm 11 am Ellenbogen bei eitrigen Prozessen in Haut, Nase und Gesicht
- Leber 3 am Fussrücken bei Anspannung und emotionalen Blockaden
- Niere 7 an der Achillessehne bei Störungen der Schweissproduktion
- Magen 41 am Fussgelenk bei Zahn-‐Mundproblemen, evtl. begleitend zur Zahnarzt-‐Behandlung
- Dickdarm 7 am Unterarm bei Beschwerden im Schultergelenk
Die genauere Lokalisation der Punkte können wir Ihnen gerne in der Sprechstunde zeigen-‐ zur Selbstbehandlung können Sie diese „Energie-‐Höhlen“ in akuten Situationen ruhig mehrmals täglich kreisend massieren.