Newsletter Januar 2026

In der ersten Neumond-Nacht zwischen Ende Januar und Ende Februar, in diesem Jahr am 17. Februar, wird in China das chinesische Neujahrsfest gefeiert. Nicht nur in China, sondern in praktisch gesamt Asien. In diesem Jahr beginnt das Jahr des Feuer-Pferdes. Jedes Kalenderjahr wird in der chinesischen Astrologie mit einem Sternzeichen und einem Element benannt. Das Sternzeichen ist in diesem Jahr das Pferd. Jeder kann sich vorstellen, wie demzufolge die Dynamik dieses Jahres persönlich, politisch und gesellschaftlich aussehen könnte, wenn sie der Dynamik dieses Sternzeichens/dieses Tieres folgt: schnell, kraftvoll, beweglich, anpassungsfähig, temperamentvoll und ungestüm. Dazu kommen noch entsprechend Eigenschaften von uns Menschen hinzu: kreativ, gedankenschnell, freiheitsliebend.... Das sind alles schöne Eigenschaften, die sowohl Mensch als auch Tier leben sollten. Aber wehe, wenn dem Grenzen gesetzt werden. Dann wird die ungeduldige Holzenergie - das Pferd gehört zum Element Holz -zu einer Gefahr für sich selber und für seine Umwelt. 
Zu der Charakteristik des Pferdes kommt nun in diesem Jahr das Element Feuer dazu. Das Element/die Wandlungsphase Feuer steht für Kommunikation, für das Leben in Gesellschaft, für Leidenschaft und Liebe. Es ist die Energie des Herzens -mit dem das Feuer im Menschen assoziiert wird-, die uns Menschen nicht nur blind voranstürmen lässt, sondern nach links und rechts, vorne und zurück schauend, was die anderen Menschen so machen, brauchen und wissen könnten, was wir ihnen und sie uns mitteilen könnten. Das Feuer macht die Pferde eben zu guten Gesellschaftern...Aber auch das Feuer hat zwei Seiten, so wie das Pferd ungestüm und bockig sein kann, aber auch gesellig und anpassungsfähig. Feuer bringt wohlige Wärme, ist die Quelle des Lebens, macht den Menschen zu einem gesellschaftlichen Wesen. Aber Feuer kann auch verbrennen, kann mit Leidenschaft und Begeisterung enorm zerstörerisch wirken. Das ist bei der guten Seite dieses Jahres die Kehrseite der Medaille. Gegenwirken können Sie dieser üblen Tendenz des Feuerpferdes durch eine Stärkung der Wandlungsphase Wasser: besinnen Sie sich darauf, was wirklich wichtig ist im Leben, was Ihnen Stabilität und Stärke garantiert. Sorgen Sie für sich!
Jetzt wird´s erstmal kalt im Januar-Februar, schonen Sie sich, wenn möglich. Ab Ende Februar/März können Sie dann daran denken, die Ballaststoffe des Winters mit einer Frühjahrskur zu „entsorgen“--- jetzt ist es dafür noch zu kalt draussen--- essen Sie viel Eintöpfe und warme Suppen,ruhig etwas kräftiger gewürzt!‘
Leben Sie mit der Zeit!


Ein kleiner TCM--Check - ist Ihre Milz überlastet?

Leiden Sie unter:
• schweren, geschwollenen Beinen, besonders im Sommer oder nach langem Sitzen?
• unreiner Haut?
• Völlegefühl im Bauch?
• Neigung zu Durchfall oder sehr breiigen Stühlen?
• Schwierigkeiten bei der Verdauung von Rohkost?
• schwachem Bindegewebe?
• benebeltem Gefühl im Kopf?
• Konzentrationsstörungen?
• häufigen Pilzinfektionen? Zysten?‘
‘• kalten Extremitäten?
• zu vielen Gedanken im Kopf?
• zu vielen Sorgen um andere Menschen?
• erhöhtem Blutzucker?
Dann ist es sehr gut möglich, dass Ihre Milz etwas überstrapaziert ist. Aus Sicht der TCM reguliert die Milz vor allem die Aufnahme und Verarbeitung von Energien. Alles, was der Körper verdauen und verstoffwechseln muss, kann die Milz belasten.
Was Sie selber tun können, um die Milz zu entlasten: leichte Kost - sowohl was das Essen als auch die geistige Nahrung betrifft. Keine Rohkost, kein Müsli, wenig Fett...und beim Lernen auch mal Pausen einlegen. Versuchen Sie den Kopf frei zu bekommen!
Ein Tip: Ab März könnten Sie an eine Entschlackungskur denken: Fasten mit Gemüsebrühen, chinesische Heilkräuter oder einfach nur einige Wochen auf tierisches Eiweiss verzichten (Fleisch,
Fisch, Milchprodukte).‘


Die Heuschnupfenzeit kommt mit Sicherheit- regulieren Sie Ihr Immunsystem!
Die Heuschnupfenzeit kommt mit Sicherheit- regulieren Sie Ihr Immunsystem!
Heuschnupfen in allen seinen Varianten, von allergischer Rhinits über Augenbrennen bis hin zum allergischen Asthma, beruht nach Vorstellungen der westlichen Medizin auf einer übermässigen, falschen und somit allergischen Reaktion des Immunsystems auf Pollen in den oberen Atemwegen. Nase, Rachenraum und Bronchien sind als ‘Grenzflächen‘ am häufigsten betroffen. Auch die Augen und seltener die Ohren können von der allergischen Überreaktion betroffen sein.

Die westliche Medizindiagnostik ergründet die Allergene, also bestimmte Stoffe auf der Pollenoberfläche, auf die der Körper allergisch reagiert und versucht den Körper an diese Antigene in einem Prozess der Desensibilisierung zu gewöhnen. Diese Therapie führt man in der allergiefreien Zeit durch. Es gibt aber viele Patienten die trotz jahrelanger, nicht risikofreier Desensibilisierungstherapie weiterhin an Heuschnupfen oder allergischem Asthma leiden.
Die Chinesische Medizin hat andere Ansätze: die Symptome werden als ‚Wind-Erkrankung‘ betrachtet. Die Lunge und die Verdauungsorgane, die Milz, sind geschwächt. Daraus resultiert eine besondere ‚Schwäche des Systems‘ mit einer Sensibilität dieser eigentlich harmlosen Pollen. Das Auftreten im Frühling und besonders die Augenprobleme weisen aus TCM-Sicht auf eine Beteiligung der Leber, also auch emotionaler Faktoren wie Anspannung und Stress hin.
Von diesem Vorstellung ausgehend, stärkt man das geschwächte Milz System, die Lunge und die Leber in erster Linie mit Akupunktur und leitet zudem eventuelle überschüssige Energie ab, die durch die allergische Reaktion z.B. an den Nasenschleimhäuten entsteht. 

Die TCM kann sehr gut in der akuten Phase die Beschwerden lindern und die Allergiebereitschaft reduzieren. Wichtig ist aber die Stärkung und Regulierung des Immunsystems in der allergiefreien Zeit!

Wann und wie welche Methode?
Die Akupunktur ist die Methode der Wahl, um zu stärken und Blockaden aufzulösen. Dies geschieht bei Erwachsenen in der Regel mit feinen Nadeln. Bei Kindern oder auch bei sehr sensiblen Menschen ist der Softlaser, die ‚Laserneedle‘ optimal. Die Behandlung ist völlig schmerzlos und dennoch können über die energiereichen Laserimpulse die Akupunkturpunkte bis ca. 3cm unter die Haut damit erreicht werden. Die Akupunktur sollte -in welcher Form auch immer- 1x/Woche vorbeugend erfolgen, zumindest über 10 Behandlungen. In der akuten Zeit -also meist März-April- sind ggf. häufigere Behandlungen notwendig- abhängig von eventuell noch auftretenden Beschwerden.
Die Wärmebehandlung mit der Moxibustion dient vor allem der Stärkung bei ausgesprochenen ‚Frostbeulen‘ - meist mit Punkten am Rücken. Auch die Selbstbehandlung ist damit möglich- wenn Sie über ausreichende Lüftungsmöglichkeiten zu Hause verfügen....
Gerade zur Vorbeugung hat sich die Eigenblutbehandlung als einfach und effektiv erwiesen. Hierbei wird wenig Blut aus der Ellenbeuge mit einer Spritze entnommen und danach gleich wieder in den Gesässmuskel injiziert. Die Vorstellung dabei ist, dass der Körper dann wieder in einen ‚Lernprozess‘ im Umgang mit Allergenen kommt. Die Eigenblutbehandlung sollte auch 1x/Woche vor der Allergiezeit geschehen.
In der akuten Zeit, wenn die Beschwerden richtig plagen, können wir in der Praxis diese ‚Pathogene‘ ausleiten: neben der Akupunktur mit Schröpfen/Schröpfmassage und der Schabemethode Guasha. Diese beiden Methoden der Chinesischen Medizin können aber auch in Frage kommen, wenn sich z.B. bei der Zungendiagnose zeigt, dass alte, versteckte und nicht 100%ig ausgeheilte Pathogene (=Infekte) das Immunsystem irritieren.
Chinesische Heilkräuter-Rezepturen können wir sowohl zur Vorbeugung als auch zur Akutbehandlung für Sie zusammenstellen- abhängig von Ihrer ganz konkreten energetischen Situation. Diese Heilkräuter werden entweder als Tee eingenommen oder auch in der Akutphase inhaliert.


Eine Suppe für den Winter - die Knochensuppe
Eine interessante Ernährungsergänzung- nicht nur bei Knochenproblemen:
In verschiedene Kulturen der ganzen Welt gilt die Brühe von Knochen als eine gesunde Basis und einfach umzusetzendes Arzneimittel. Die Suppe kann nach Belieben verfeinert werden, als Basis für komplexe und schmackhafte Gerichte dienen oder pur getrunken werden. Sie zählt als ‚altes Hausmittel‘ wird aber auch in orthopädischen Kliniken Chinas als wesentlicher- wenn nicht ausschlaggebender- Teil des Behandlungskonzeptes gesehen. Durch die lange Kochzeit der Knochen lösen sich viele kraftfördernde (‚tonisierende‘), blutbildende und vor allem den Knochen und das Bindegewebe nährende Bestandteile heraus.:
Hauptbestandteil einer Knochen-Brühe sind Knochenmark, Knorpel, wichtige Aminosäuren, Kollagen/Gelatine und Mineralien wie Calcium, Phosphor und Magnesium.
Besonders das rote Knochenmark (eher in flachen Knochen und in den körpernahen Enden der langen Knochen zu finden und für die Bildung von myeloischen und lymphatischen Stammzellen nötig) ist als immunstärkende Quelle wichtig. Knorpel enthält verschiedene Bestandteile, die u.a. auch für die Senkung der Cholesterinwerte und bei Herzinfarkten eine Rolle spielen sollen. Degenerative und entzündliche Gelenkerkrankungen sowie entzündliche Prozesse des Magen-Darm-Trakts lassen sich ebenfalls mit besonders viel (gelenknahem) Knorpel lindern. Entsprechend sollte man knorpelreiches Fleisch wie Knöchel des Rinds, Hühnerfüsse, Luftröhre und Rippen nehmen.
Die Aminosäure Glycin ist wichtig für die Blutbildung, Herstellung anderer Aminosäuren und Glucose und verbessert die Magensäurensekretion und Wundheilung. Prolin ist an der Kollagenbildung beteiligt und stärkt so Knochen, Haut, Sehnen, Bänder und Knorpel.
Gelatine (hydrolisiertes Kollagen) in einer aus Knochen hergestellten Brühe ist wesentlich nahrhafter als das bekannte Fertig-Produkt. Viele Probleme die mit schlechter Wundheilung zusammenhängen (wie auch Zahnfleischbluten oder Entzündungen des Magen-Darm-Trakts) können durch Gelatine in der Ernährung gebessert werden. Ausserdem wird die Eiweissverwertung erhöht (bessere Aufnahme der Proteine) und die Bildung und Reparatur von Knochen und Knorpeln verstärkt.
Wie wichtig Mineralien für die Funktionsfähigkeit unseres Körpers sind, wissen wir. Durch das Auskochen der Knochen entstehen vor allem Calcium und Phosphor. Ersteres wird nicht nur für gesunde Knochen benötigt, auch Muskeltätigkeit, Blutgerinnung und Nervenleitung werden unterstützt. Phosphor hat viele intrazelluläre Aufgaben und ist ein Energielieferant.

Zubereitung:
Sehr wichtig für die Zubereitung einer Knochensuppe- oder Brühe ist die Verwendung von Bio-Fleisch. Eine biologische Ernährung des geschlachteten Tieres muss sichergestellt sein, da sich ansonsten u.a. gesundheitsschädliches Blei in den Knochen ablagern kann.
Genutzt werden können die Knochen von Geflügel, Rind, Lamm (Achtung, energetisch recht heiss) oder auch Fisch. Die Knochen sollten auf eine Länge von etwa drei Zentimeter zerkleinert und in einem Suppentopf mit kaltem Wasser bedeckt werden. Wichtig ist auch die Zugabe von etwas Essig (1-2 El pro Kg Knochen), da die Säure hilft, die Mineralien und Nährstoffe aus dem Knochen zu lösen. Die Brühe zum Kochen bringen, abgiessen und den Schaum mit warmen Wasser abspülen. Dann mit lauwarmen Wasser neu ansetzen und auf niedrigerer Stufe mindestens 8 Stunden (im Schnellkochtopf vier) köcheln lassen. Darauf achten, dass das Wasser nicht zu sehr verdampft, bei Bedarf warmes Wasser nachgeben. Nach dem Erkalten das ausgehärtete Fett abnehmen, die entstandene Brühe in Portionen aufteilen und kalt stellen. So ist sie 3-5 Tage haltbar.
Um die Brühe zu bereichern sollten bereits zum Kochvorgang noch verschiedene Gemüse (vor allem Wurzelgemüse wie Sellerie, Möhren oder auch schwarze Bohnen) und Gewürze/Kräuter (Petersilie, Zwiebel, etc.) hinzu gegeben werden. Die Zugabe von chinesischen Kräutern ist oft empfehlenswert, lassen Sie sich von Ihrem Therapeuten für Chinesische Medizin beraten!


Auf den Punkt gebracht: Milz 6 - nicht nur für Frauen!
Es gibt kaum einen Akupunkturpunkt, der so spezifisch für ‚Frauenprobleme‘ ist wie Milz 6, der ‚Treffpunkt der 3 Yin-Leitbahnen‘ eine Handbreit über dem Innenknöchel in der Mitte des Unterschenkels gelegen. Er ist meist deutlich druckempfindlich, wenn Sie ihn massieren. Das ‚Zielgebiet‘ von Milz 6 ist die Beckenregion, hier entfaltet er bei vielen gynäkologischen Problemen seine Wirkung: Menstruationsbeschwerden, Gebärmuttersenkung, Blutungen bis hin zu hartnäckigen Pilzinfektionen. Aber auch Mann kann von ihm profitieren: die Stimulation dieses Punktes hat eine hebende Wirkung und kräftigt die Beckenmuskulatur bei sexuellen Schwierigkeiten. Die belebende Wirkung auf den Unterleib ist übrigens nicht erwünscht im Laufe einer Schwangerschaft - erst zur Einleitung der Wehen beim Entbindungstermin wird er von Hebammen häufig genutzt.

Punkt Milz 6 wird bei uns in der Praxis häufig in die Punktkombinationen eingebracht, z.B. zusammen mit
- Magen 36 zur allgemeinen Kräftigung und zum Anheben des Qi
- Lunge 7 zur Regulierung der Menstruation 
- Renmai 6 am Unterbauch bei Senkungen und Durchfällen

Die genauere Lokalisation der Punkte können wir Ihnen gerne in der Sprechstunde zeigen- zur Selbstbehandlung können Sie diese ‚Energie-Höhlen‘ in akuten Situationen ruhig mehrmals täglich kreisend massieren.