Newsletter Mai 2026

m Volksmund wird der Mai als ‚die gefährlichste Jahreszeit‘ bezeichnet: Die Spargel schiessen und die Bäume schlagen aus....Strotzende Kraft, kräftiges Grün, blühende Wiesen....und dann auch noch die fliegenden Pollen, die so vielen von Ihnen diesen Monat zur Hölle machen. Vielleicht konnten wir Ihnen mit der Akupunktur ein wenig helfen? Das ist die Kehrseite unserer hygienischen, antibiotikabereinigten Zeit: das Immunsystem, womöglich durch den langen harten Winter überstrapaziert, wendet sich gegen eigentlich harmlose Stoffe aus unserer Umwelt. Antihistaminika oder Cortision lindern zwar vorübergehend, aber bringen nicht das ausser Kontrolle geratene Abwehrsystem wieder ins Lot. Wenn Sie zu den Geplagten gehören: die richtige Jahreszeit für die Vorbereitung auf den Frühling ist: der Herbst! Ich erinnere Sie daran......Leben Sie mit der Zeit!

Unterschrift Andreas Noll

Anmeldung in der Praxis 7/24 unter Doctolib


Ein kleiner Check - ist Ihr Dickdarm überlastet? (Wichtig: teilweise eine andere Vorstellung vom „Darm“ in der chinesischen als in der westlichen Medizin!

Leiden Sie unter:
- Durchfall oder Verstopfung?
- Hautproblemen wie Akne?
- Chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis)? 
- Allergien der Atemwege? Immunprobleme?
- Problemen beim Loslassen und Festhalten (Beziehung, Geld, Sammelwut z.B.)?

Dann ist es sehr gut möglich, dass Ihr Dickdarm aus Sicht der TCM etwas zu schwach ist ist.: Der Dickdarm reguliert aus Sicht der Chinesischen Medizin nicht nur die Ausscheidung von nicht verwertbaren festen Nahrungsresten, sondern ist auch „verantwortlich“ für das Immunsystem, die Nasenatmung und auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene das harmonische Verhältnis zum Loslassen und Festhalten. 
Was Sie selber tun können, um Ihren Dickdarm zu unterstützen: Sorgen Sie für Regelmässigkeit in allen Bereichen erarbeiten Sie sich Strukturen - die sie aber auch gelegentlich verlassen können! Das Immunsystem können Sie übrigens sehr gut stärken, wenn Sie jeden Tag mindestens eine halbe Stunde - auch bei nicht ganz so gutem Wetter!- an die frische Luft gehen und sich dabei ein ganz klein wenig anstrengen.

Hashimoto? Eine weitreichende Diagnose....

Nehmen Sie auch Thyroxin für die Schilddrüse?
Dann sind Sie nicht allein - fast jede sechste Frau (17,4 Prozent), aber nur 3,6 Prozent der Männer in Deutschland nehmen täglich dieses Schilddrüsen-Hormon ein. In der Regel jahre-jahrzehnte- oder lebenslang. Warum es ausgerechnet ein ‘Frauenproblem‘ zu sein scheint, kann viele Ursachen haben: das Östrogen hat einen Einfluss auf die Entwicklung von Autoimmunkrankheiten, es gibt Umweltfaktoren und auch genetische Veranlagungen. Es kann aber auch schlicht daran liegen, dass Frauen häufiger zum Arzt gehen als Männer (Vorsorge z.B.) und daher mehr diagnostiziert werden. Was macht dieses Hormon zu einem der weltweit am häufigsten verordneten, umsatzstärksten Medikamente? Da ist zum einen die Diagnose ‘Hashimoto‘, gestellt nach Laborbefunden wie bestimmten Antikörpern (z.B. TPO-AK). Oder auch zufälligerweise zu hohe Hormonspiegel der Hypophyse (TSH-Wert). Oder/und Veränderungen des Stoffwechsels, des Gemütszustandes und des Allgemeinbefindens. Auch bei bestehendem Kinderwunsch wird der TSH-Wert durch Thyroxin-Gabe nach unten ‘gedrückt‘. 
Was hat es jedoch damit grundsätzlich auf sich? Verschiedene Aspekte sollten Sie besonders bei der Diagnose ‘Hashimoto‘ beachten:
Eine Hashimoto-Thyreoiditis entwickelt sich durch eine Störung des Immunsystems, mit einer unzureichenden Antwort des Organismus auf schilddrüsenspezifische Autoantigene. Die Folge ist der teilweise Untergang von Schilddrüsengewebe. Wenn zum Ausgleich dazu die Stimulation durch die Hypophyse nicht reicht, kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen. Bemerkenswert ist es, dass die erhobenen Laborbefunde heutzutage als ein Hinweis auf ein allgemein aus der Balance geratenes Immunsystems gelten kann, denn viele der von der Hashimoto-Thyreoiditis betroffenen Menschen leiden auch an anderen Autoimmunproblemen, wie Allergien, rheumatischen Erkrankungen oder Colitis ulcerosa.
1. Die Diagnosestellung
Grundsätzlich geben aus Sicht der Schulmedizin nur 3 Untersuchungen zusammen Aufschluss über das Geschehen: Blutuntersuchung der Antikörper + TSH-Wert + Bestimmung der Schilddrüsenhormone fT3 und fT4. Erst alle Untersuchungen zusammen ergeben ein konkretes Bild der Autoimmunerkrankung Hashimoto - ähnliches gilt auch für den M.Basedow. Manchmal wird dann ein erhöhter TSH-Wert gemessen. Dieser Wert zeigt, dass die Hypophyse vermehrt die Schilddrüse stimulieren muss. Dann erst werden ausreichend Schilddrüsenhormone produziert, die z.B. für den Stoffwechsel und das gesamte ‚Vegetativum‘ sehr wichtig sind. Sehr häufig wird jedoch nur ausschliesslich der TSH-Wert untersucht. Die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) ist der ‘Kommandogeber‘, die die Schilddrüse stimuliert, wenn sie zu wenig Hormone z.B. für den Stoffwechsel produziert. Entscheidend ist der Effekt- reagiert die Schilddrüse auf die ‘Kommandos‘, also funktioniert der Stoffwechsel ausreichend? Um das zu bestimmen, braucht man die fT3 und fT4-Werte der Schilddrüsenhormone. Falls die Schilddrüsen-Antikörper erhöht sind, liegt ein Entzündungsprozess vor. Dies kann (muss aber nicht!) langfristig zu einer Verringerung des aktiven Schilddrüsen-Gewebes und einer Unterfunktion führen. Die Anfänge des Entzündungsprozesses können sich als Überfunktion zeigen. Meist geschieht dies aber unmerklich.
2. Wie wirkt Thyroxin? 
Es ist ein Ersatz-Hormon, das die Schilddrüsenfunktion überflüssig macht. Die normalen, ausgefeilten ‘Regelkreise‘ der Hormonsteuerung im Menschen wie z.B. Nebenniere-Hypothalamus-Hypophyse-Schilddrüse-Gewebe/Stoffwechsel werden ausser Kraft gesetzt. Dementsprechend steigt auch das Risiko einer Über- oder Unterdosierung. Nicht selten wird das Schilddrüsenhormon genommen, um z.B. bei Übergewicht (oder auch ohne...) den Stoffwechsel anzukurbeln. Das kann fatale Folgen haben, bis zu Kreislaufstörungen und Herzinfarkt! Langfristig hat Thyroxin auch Nebenwirkungen, wie z.B. eine nachgewiesene Steigerung des Osteoporose-Risikos: die Knochen entkalken und brechen leichter. Es ist also durchaus sinnvoll nach Alternativen zu suchen.....
3. Die Sicht der chinesischen Medizin 
In der alten TCM richtet sich der Therapeut nach den Symptomen; die Berücksichtigung von Laborbefunden ist erst in jüngste Zeit wichtig geworden. 
Wenn eine Autoimmunkrankheit vorliegt - das gilt auch für den M.Basedow, M.Crohn, Hautkrankheiten u.v.a., dann wird das meist als Irritation und Fehlsteuerung des Immunsystems durch die Reste alter Infekte oder Impfungen betrachtet, die nicht vollständig abgeheilt sind und daher im Körper für Unruhe sorgen. Wir nennen das dann ‘versteckte pathogen Energien‘ - häufig auch erkennbar an zahlreichen roten Punkten auf der Zunge. Das Immunsystem wird aus TCM-Sicht weitgehend durch die Lunge gesteuert, vielerlei Aspekte des Hormonsystems können durch eine Regulierung der Nieren-Energie behoben werden. Stress, Verausgabung bis hin zum ‚Burn out‘ bewirken eine Erschöpfung der Reserven- und dort können wir mit Regulierung der Lebensweise, angepasster Ernährung, Akupunktur und Heilkräutern viel erreichen. 
Das Immunsystem wird heutzutage bei uns durch Umweltgifte, Stress, aber auch durch übermässige Antibiotikabehandlungen und Impfungen sehr belastet. So kommt es zu Über- und Fehlregulationen, bis hin zum ‚Kampf gegen den eigenen Organismus‘ bei den Autoimmunkrankheiten wie eben der Hashimoto-Thyreoiditis. Die ausgesprochen feinen und überaus wirksamen Möglichkeiten unseres Körpers zur Abwehr verkümmern (Infektanfälligkeit) oder ‚laufen ins Leere‘ bei den Allergien. 
Liegen neben den Laborbefunden auch Störungen des Stoffwechsels und des Allgemeinbefindens vor - also bei einer Über- oder (viel häufiger) einer Unterfunktion der Schilddrüse, so wird dies als ein Mangel von Milz und Niere betrachtet.
In unserer Praxis behandeln wir die Schilddrüsen-Probleme mit Akupunktur und chinesischen Kräutermischungen. Die Akupunktur wirkt dabei vor allem für die Ausweitung der Altlasten, die das Immunsystem irritieren, aber auch auf den Stoffwechsel und das Allgemeinbefinden. Unter den chinesischen Kräutern gibt es einige, die sich auch in wissenschaftlichen Studien für die Behandlung von Autoimmunkrankheiten bewährt haben- Heilpilze gehören auch dazu. Die unerlässliche gründliche Diagnose vor einer Zusammenstellung von Kräutern oder einer Punkt-Kombination bezieht jedoch den ganzen Menschen mit ein - eben alle ‘Regelkreise‘ der Energetik. Es gibt also kein Standardrezept....

Mit der TCM durch das Jahr- die Kräuterkuren

Die Chinesische Medizin kann bei vielen gesundheitlichen Problemen helfen. Sie beruht auf jahrtausendelanger Tradition, sowohl in der Volksheilkunde als auch als an Universitäten gelehrte komplexe Heilkunde mit einer umfangreichen diagnostischen und therapeutischen Systematik.
Es ist uns ein Anliegen, die Vorteil der TCM auch für den alltäglichen Gebrauch nutzbar zu machen. Wenn eine gesundheitliche Störung länger andauert, benötigen wir für die gezielte Behandlung die Puls- und Zungendiagnose wie auch eine umfassende Anamnese. Aber bei manchen Problemen können Sie sich mit einfachen Mitteln sehr gut selber helfen.
In Zusammenarbeit mit Apotheker Dr. Zhi Li von der Schützenapotheke in München haben wir einige Produkte zusammengestellt, die sich bewährt haben und kurzfristig sehr hilfreich sein können. Bei längerfristigen Störungen konsultieren Sie bitte den fachkundigen TCM-Therapeuten!

Mit der TCM durch das Jahr- die Kräuterkuren
Die Jahreszeit-Kuren mit chinesischen Kräutern sollen dazu beitragen, die gesundheitlichen Risiken von Frühling, Sommer, Herbst und Winter zu mildern und sanft ernstere Erkrankungen zu vermeiden. Die Lebensenergie Qi wird gestärkt, je nach den besonderen Anforderungen der Zeit.

Bis Ende Mai ist noch Zeit für die Frühjahrs-Kur:
Frühjahrsmüdigkeit- der Winter hat seine Spuren hinterlassen und die Natur erwacht zum neuen Leben. Entschlackung ist ein wichtiges Anliegen, aber auch die Kräftigung und Stützung des Organismus für den Neustart. Die chinesischen Kräuter wirken sanft entwässernd und unterstützen Stoffwechsel und Verdauung.

Die aktuelle TCM-Kräuterkur wird als Abkochung in kleinen Beuteln hergestellt- ein Beutel ist eine Tagesdosis, im Kühlschrank bis zu 2 Monate haltbar. Sie brauchen den ‚Tee‘ (ca. 100 ml) nur mit heissem Wasser erwärmt als Kur täglich für etwa 4 Wochen einnehmen. Die Kosten betragen 2-4 Euro pro Tag. Bezug (auch Versand) über www.schuetzenapotheke.com

Chinesische Heilkräuter - gefährlich?

Es geht immer mal wieder durch die Presse: chinesische Heilkräuter sind gefährlich! Alle Jahre wieder tauchen Meldungen auf, die auf Schädigungen von Patienten in Belgien vor vielen Jahren zurückzuführen sind. Diese Zwischenfälle waren auf unsachgemässe Behandlung und die Verwendung von Kräutern zurückzuführen, die seit dieser Zeit weder in der westlichen Welt noch z.B. in Taiwan genutzt werden. Es handelte sich vor allem aber auch um eine Verwechselung zweier Arten von Aristolochia. Die derzeitigen Pressemeldungen beziehen sich nun auf Fertigarzneimittel aus China, also Tabletten/Dragees.
In meinen Praxen bekommen Sie auch chinesische Kräuter verschrieben. Dies jedoch stets in Form von sogenannten „Magistralrezepturen“, d.h. die Mischung wird auf unsere Anordnung von der Apotheke erstellt - für Sie persönlich, auf Grundlage der aktuellen Befunde und Befindlichkeiten.
Wir verordnen keine Fertigarzneimittel wie Dragees/Pillen etc. Aus verschiedenen Gründen sollte man davon Abstand nehmen, auch wenn sie vielleicht im Internet erhältlich sind: 
- Sie sind bei uns verschreibungspflichtig, d.h. dürfen, wenn überhaupt, nur auf ärztliche Verordnung abgegeben werden. 
- Wir wissen nicht, welche Bestandteile das Präparat tatsächlich enthält. In China ist man immer noch in dieser Hinsicht sehr „grosszügig“, und nicht selten werden westliche und chin. Substanzen gemischt.
- So wenig wie man Ihre Befinden „standardisieren“ kann, so wenig ist ein Standard-Präparat für die Behandlung angebracht.
Die in meiner Praxis verordneten Heilpflanzen-Zubereitungen werden von Apotheken zubereitet, die ihre Lieferungen aus Asien gründlichst auf Identität, Toxizität und Schwermetall/Pestizidbelastung untersuchen- und zwar jede Charge!
„primum nihil nocere“- vor allem nicht schaden, das ist seit Hippokrates wichtigster Grundsatz der Heilkunde, insbesondere der Naturheilkunde! 



Aus der Forschung (dem Newsletter der SMS entnommen)

Akupunktur bei postlaparoskopischen Schulterschmerzen
25 Patienten, die nach einem laparoskopischen Eingriff an postlaparoskopischen Schulterschmerzen litten und nicht in zufriedenstellendem Mass auf Analgetika reagierten, wurden nach Kriterien der traditionellen chinesischen Medizin an vier bis acht Punkten akupunktiert. Damit wurde eine signifikante Reduzierung der postlaparoskopischen Schulterschmerzen und allgemeiner Schmerzen erzielt.
(Treating postlaparoscopic surgery shoulder pain with acupuncture, Evid Based Complement Alternativ Med, 2014, 120486, doi:10.1155/2014/120486)
 
Akupunktur gegen Hausstauballergie
Deutsche Forscher haben 24 Patienten mit perennialer allergischer Rhinitis, die von Hausstaubmilben ausgelöst wurde, entweder mit Akupunktur oder mit dem Antihistaminikum Loratadin behandelt. Nach subjektiver Einschätzung der Patienten waren beide Therapien wirksam. Bei Akupunktur hielt die Wirkung nach Behandlungsende jedoch länger an. Ausserdem stieg in der Akupunkturgruppe der Spiegel des entzündungshemmenden Interleukin-10.
(The effectiveness of acupuncture compared to loratadine in patients allergic to house dust mites, J Allergy, 2014, 2014:654632)
 
Akupunktur verbessert Immunität bei Chemotherapie
Portugiesische Forscher haben 18 Patienten mit Dickdarmkrebs eine Woche vor Beginn der Chemotherapie bis zum Beginn des zweiten Therapiezyklus insgesamt sechsmal zweimal wöchentlich entweder mit Akupunktur behandelt oder als Kontrollgruppe auf eine Warteliste gesetzt. Akupunktiert wurden die Punkte H3/Le3 (taichong), S36/Ma36 (zusanli), L6/Mi6 MP6 (sanyinjiao), F39/Gb39 (xuanzhong), IC4/Di4 (hegu), Pc5/KS5 (jianshi), T5/3E5 (waiguan), P7/Lu7 (lieque). Mit rauchloser Moxibustion wurden die Punkte IT6/Dü6 (yanglao), T5/3E5 (waiguan), S32/Ma32(futu) und Rs6/KG6 (qihai) behandelt.
Dabei zeigten sich im Gegensatz zur Kontrollgruppe positive Trends bei den Werten für die Gesamtheit der Leukozyten, Neutrophilen, NK-Zellen und B-Zellen. Die erhöhten Leukozyten- und Neutrophilenwerte führten zu einem signifikanten Rückgang der Leukopenie- und Neutropenierate. Ausserdem kam es im Vergleich zur Kontrollgruppe zu einer Verdoppelung der NK-Zellen und einer signifikanten Reduzierung von ängstlichkeit und Depressivität.
(Effects of acupuncture on leucopenia, neutropenia, NK, and B cells in cancer patients: a randomized pilot study, Evid Based Complement Alternat Med, 2014:217397)
 
Akupunktur gegen Cluster-Kopfschmerz
Vier Patienten mit Cluster-Kopfschmerz wurden entweder zusammen mit dem Calciumantagonisten Verapamil oder nur mit Akupunktur präventiv gegen Cluster-Kopfschmerz behandelt. Sie wurden zunächst zwei Wochen lang zweimal wöchentlich, dann acht Wochen lang einmal wöchentlich und schliesslich jede zweite Woche auf folgenden Punkten akupunktiert: Ex2/M-HN-9 (taiyang) und F14/Gb14 (yangbai) nur auf der betroffenen Seite sowie F20/Gb20 (fengchi), IC4/Di4 (hegu), H2/Le2 (xingjian), L6/Mi6 MP6 (sanyinjiao) und S36/Ma36 (zusanli) bilateral. Damit wurde bei allen Patienten eine Unterbrechung des Cluster-Kopfschmerzes erzielt.
(Acupuncture in cluster headache: four cases and review of the literature, Neurol Sci, Mai 2014, 35 Suppl 1, 195-98)
 
Akupunktur wirkt sich nach Schlaganfällen positiv auf das Gehirn aus
Chinesische Forscher haben 21 Studien mit insgesamt 1421 Patienten ausgewertet und sind dabei zu dem Ergebnis gelangt, dass nach einem Schlaganfall nach einer drei- bis vierwöchigen Behandlung mit Akupunktur oder mit konventionellen Medikamenten die kognitiven Werte der akupunktierten Patienten signifikant besser waren.
(A meta-analysis of acupuncture use in the treatment of cognitive impairment after stroke, J Altern Complement Med, Juli 2014, 20(7), 535-44)
 
Akupunktur bei Arthrose
Kanadische Forscher haben 12 Studien mit 1763 Arthrose-Patienten ausgewertet und sind zu dem Ergebnis gelangt, dass Akupunktur im Vergleich zu Sham-Akupunktur, konventioneller Therapie und keiner Behandlung zu signifikanten Verbesserungen bei Schmerzintensität, Beweglichkeit und gesundheitsbezogener Lebensqualität geführt hat. Wenn die Behandlung länger als vier Wochen dauerte, konnte die Schmerzintensität stärker reduziert werden.
(Pain management with acupuncture in osteoarthritis: a systematic review and meta-analysis, BMC Complement Altern Med, 23. August 2014, 14, 312)
 
Moxibustion auf V23/Bl23 (shenshu) gegen erhöhten renalen Gefässwiderstand
Japanische Forscher haben bei 11 gesunden Versuchspersonen auf V23/Bl23 (shenshu) bilateral vier Minuten lang indirekte Moxibustion angewendet. Dabei zeigte sich, dass der Widerstand des renalen Blutflusses, der zahlreichen Nierenerkrankungen zugrunde liegt, signifikant zurückging. (Traditional thermal therapy with indirect moxibustion decreases renal arterial resistive index
(Altern Complement Med, September 2014, 20 (9), 693-97)
 
Chinesische Heilpflanzen gegen chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
 Chinesische Forscher haben 331 Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sechs Monate lang entweder mit Bu Shen Yi Qi-Granulat (BSYQ) oder mit Bu Shen Fang Chuan-Tabletten (BSFC) oder mit einem Placebo behandelt. Ausserdem erhielten alle drei Gruppen konventionelle Medikamente. BSQY enthält Astragali radix (Huangqi) Rehmanniae radix (Dihuang) und Epimedii herba (Yinyang huo). BSFC setzt sich zusammen aus Rehmanniae radix (Dihuang), Rehmanniae radix preparata (Shu dihuang), Epimedii herba (Yinyang huo), Psoraleae semen (Buguzhi), Cuscutae folium herba, Dioscoreae rhizoma (Shanyao), Citri reticulatae pericarpium (Chenpi) und Aconiti lateralis radix praeparata (Zhi fuzi). Lungenfunktionstests zeigten bei Behandlungsende und bei einer Nachuntersuchung ein Jahr später bei der BSYQ- und bei der BSFC-Gruppe Verbesserungen gegenüber der Placebo-Gruppe. Bei ersteren beiden Gruppen stellte sich ausserdem ein Rückgang der entzündungsfördernden Zytokine sowie eine Erhöhung des Cortisolspiegels und des entzündungshemmenden Interleukins IL-10 ein.
(Effects of two chinese herbal formulae for the treatment of moderate to severe stable chronic obstructive pulmonary disease: a multicenter, double-blind, randomized controlled trial, PLoS One, 13. August 2014, 9 (8), e103168)
 
Pflanzliche Rezeptur gegen diabetisches Fusssyndrom
Forscher in Hongkong haben 16 Diabetespatienten sechs Monate lang entweder mit einem Placebo oder mit der traditionellen Rezeptur NF3 aus Astragali radix (Huangqi) und Rehmanniae radix (Dihuang) behandelt. Bei der Rezepturgruppe stellte sich eine Verbesserung der Wundheilung und eine Reduktion der sensorischen Neuropathie ein.
(Healing effect of a two-herb recipe (NF3) on foot ulcers in Chinese patients with diabetes: a randomized double-blind-placebo-controlled study, J Diabetes, Juli 2014, 6(4), 323-34)
 
Langfristiges Taiji wirkt Depressionen entgegen
Ein chinesisch-japanisches Forscherteam ist bei einer Studie mit 529 Taiji praktizierenden Japanern zu dem Ergebnis gelangt, dass langfristiges Taiji-üben und die damit einhergehende Beeinflussung der Stimmung Depressionen entgegenwirken können.
(Long-term Tai Chi training is related to depressive symptoms among Tai Chi practitioners, J Affect Disord, 31. Juli 2014, 169C, 36-39)
 
Taiji verbessert bei älteren Menschen das Gleichgewichtsgefühl
Im Zug einer amerikanischen Studie übten 145 ältere Menschen 48 Wochen lang zweimal wöchentlich Taiji. Dabei liess sich im Lauf der Zeit eine signifikante Verbesserung des Gleichgewichtsgefühls feststellen.
(The effects of Tai Ji Quan training on limits of stability in older adults, Clin Interv Aging, 4. August 2014, 9, 1261-68)
 
Baduanjin (Acht-Brokat-übungen) verbessert allgemeinen Gesundheitszustand
Chinesische Forscher teilten 110 Versuchspersonen im Alter von 20 bis 59 Jahren in eine Kontrollgruppe und in eine Gruppe auf, die 16 Wochen lang mindestens dreimal wöchentlich 30 bis 60 Minuten lang Baduanjin (Acht-Brokat-übungen) übte. Daraufhin gingen in der Baduanjin-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe das Körpergewicht und der Body-Mass-Index zurück, und die Beweglichkeit nahm signifikant zu.
(The effect of Baduanjin on promoting the physical fitness and health of adults, Evid Based Complement Alternat Med, 2014, 2014:784059)
 
Taiji verringert bei älteren Menschen nach überstandener Krebserkrankung das Risiko von chronischen Krankheiten
63 ältere Frauen übten nach einer überstandenen Krebserkrankung entweder 12 Wochen lang dreimal wöchentlich 60 Minuten lang Taiji oder nahmen an Kursen für Gesundheitserziehung teil. Bei Behandlungsende wies die Taiji-Gruppe einen signifikant niedrigeren systolischen Blutdruck und niedrigere Cortisol-Spiegel auf als die Kontrollgruppe.
(Blood pressure, salivary cortisol, and inflammatory cytokine outcomes in senior female cancer survivors enrolled in a tai chi chih randomized controlled trial, J Cancer Surviv, 28 August 2014, online-Veröffentlichung)
 
Taiji bei multipler Sklerose
Anlässlich einer deutschen Pilotstudie übten 32 MS-Patienten sechs Monate lang zweimal wöchentlich jeweils 90 Minuten lang Taiji. Danach zeigte sich bei ihnen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die eine Standardbehandlung erhalten hatte, bei Gleichgewichtsgefühl, Koordination und Depressionssymptomen eine signifikante Verbesserung.
(Mindfulness-based interventions in multiple sclerosis: beneficial effects of Tai Chi on balance, coordination, fatigue and depression, BMC Neurol, 23. August 2014, 14(1), 165)


Auf den Punkt gebracht: für ein dickes Fell...

Dieser Punkt zwei Daumenbreiten über dem Handgelenk an der Innenseite des Unterarms zwischen zwei Sehnen gelegen, gehört in unruhigen Lebenslagen zu den wichtigsten Helfern in der Akupunktur. Er heisst ‘Neiguan‘, das bedeutet ‘Passtor zum Innersten‘. Er hilt dabei ein ‘dickes Fell‘ zu bekommen. Verletzungen der Gefühle, eine besondere Empfindlichkeit der ‘lieben Seele‘ und somit des Herzens aus Sicht der TCM können dadurch mehr auf Distanz gehalten werden. Das Herz, unsere Seele wird besser geschützt. Darüber hinaus ist dieser Punkt wichtig bei Druck/Stress, der sich besonders im Magen bzw. im Oberbauch bemerkbar macht, also als Magendrücken, Sodbrennen und Appetitlosigkeit. Drei besondere Indikationen haben diesen Punkt auch zu einem sehr häufig empfohlenen Helfer gemacht, wenn Sie ihn z.B. massieren oder mit einem aufgeklebten Hirsekorn dauerhaft anregen: Schwangerschaftsübelkeit, Reisekrankheit und Prüfungsangst.
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Der Punkt Pericard 6 wird bei uns in der Praxis häufig in die Punktkombinationen eingebracht, z.B. zusammen mit
- Magen 36 bei Übelkeit und Sodbrennen
- Leber 3 bei Anspannung 
- Ren Mai 12 bei Magenschmerzen

Die genauere Lokalisation der Punkte können wir Ihnen gerne in der Sprechstunde zeigen- zur Selbstbehandlung können Sie diese ‚Energie-Höhlen‘ in akuten Situationen ruhig mehrmals täglich kreisend massieren.